Schülerwettbewerb

Der Wettbewerb „Für Freiheit und Demokratie“ wird nach 2014 zum dritten Mal für alle allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in Deutschland ausgeschrieben. Der Titel: „Internet der Dinge – Vernetzung, Eigentum und Selbstbestimmung in einer digitalisierten Welt“, bildet den Aufruf an Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, sich mit der zunehmenden digitalen Vernetzung sämtlicher materieller Güter und der damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen zukunftsorientiert auseinanderzusetzen. 

Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 revolutioniert die Vernetzung einzelner Fertigungsstätten und Maschinen unsere industrielle Produktion. Pilotprojekte für automatisiertes computergesteuertes Fahren sollen den Personen- und Güterverkehr revolutionieren. Eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle in praktisch allen Bereichen des täglichen Lebens – von der Gesundheit bis hin zum perfekten Kaffee. Die Aussicht auf ein „Smart home“, in dem vom Kühlschrankinhalt über die Raumtemperatur und die Türschlösser bis hin zur Spülwasser alles digital vernetzt und automatisch über eine in digitalisierter Form in der Cloud gespeicherte Privatsphäre gesteuert wird, ist für viele Menschen verlockend.   

Gleichzeitig verändert die Einführung technisch vernetzter Produkte, die ohne Softwarebestandteile gar nicht mehr funktionieren, „Eigentum“ im herkömmlichen Sinne. Das „Internet der Dinge“ macht aus einem Kühlschrank, einem Staubsauger, einem Smartphone oder einem Auto Gegenstände, deren Besitz allein die Benutzbarkeit nicht mehr gewährleistet. Unsere bislang überwiegend auf Eigentum basierende Gesellschaft wandelt sich hin zu einer auf Verfügungsmöglichkeiten beruhenden Gesellschaft.

Durch die Digitalisierung von Unternehmen und die Vernetzung von Maschinen wächst die Gefahr von Cyberangriffen und Datendiebstahl. Datenschutzskandale der vergangenen Jahre zeigen nicht nur überdeutlich die Anfälligkeit einer vernetzten Welt für vielfältigsten Missbrauch, sie weisen unseren Blick in Richtung der „dunklen Seite des Internets“. Nicht nur Großkonzerne außerhalb des deutschen bzw. europäischen Rechtsbereiches verfügen über unsere persönlichen Daten und greifen teilweise – z.B. im Zuge der Wartung von Betriebssystemen bei Smartphones oder PCs – in die Beschaffenheit und Nutzbarkeit eines

erworbenen Produktes von außen ein. Auch Kriminelle verschaffen sich teilweise legal, teilweise unrechtmäßig und meistens unbemerkt Zugang. Produktmissbrauch und Sabotage drohen. Es fehlt Rechtssicherheit sowohl mit Blick auf Industrie 4.0 als auch mit Blick auf private Nutzungen. Rechtsrahmen und die Rechtsdurchsetzung halten mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Es fehlen verbindliche Normen und Konventionen, bestehende rechtliche Regelungen werden von Staatsseite nicht durchgesetzt.

Daneben könnte die zunehmende Lernfähigkeit der Systeme und damit deren auf Komplexität beruhende Unberechenbarkeit Konzepte des „Internet der Dinge“ schnell an ihre Grenzen bringen. Kritiker der zunehmenden Vernetzung monieren fehlende Transparenz und befürchten zudem einen zunehmenden Ressourcenverbrauch: Bereits heute wird etwa ein Zehntel des deutschen Stromverbrauchs zum Betrieb der Informations- und Kommunikationsgeräte genutzt. Sollte die Nutzungsdauer von Geräten durch technische Änderungen der Software schneller ausgetauscht werden, ist mit einem Anstieg des Ressourcenverbrauchs zu rechnen.

Befürworter stellen hingegen einen größeren Wohlstand, mehr Arbeitsplätze und ein höheres Wirtschaftswachstum durch bessere Produktionsmöglichkeiten im Wettbewerb mit anderen Produktionsstandorten in Aussicht.

Welche Chancen, welche Risiken erwarten wir vor diesem Hintergrund vom „Internet der Dinge“? Welche Auswirkungen für Demokratie und Freiheit können wir absehen? Inwiefern betrifft es uns persönlich – wie sind Dritte betroffen? 

Das könnten Eure Aufgaben vor diesem Hintergrund sein:

1. Diskutiert untereinander die Vor- und Nachteile der Entwicklungen hin zum „Internet der Dinge“. Gab es historisch derartige Vorgänge? Welche Voraussetzungen sind aus Eurer Sicht für eine erfolgreiche umfassende Durchdringung unseres Alltags wichtig?

2. Die Wandlung unserer Eigentumsordnung hin zu mehr Nutzungsrechten und die ubiquitäre Nicht-Durchsetzung von Eigentumsrechten bei privaten Daten wirft die Frage auf, ob und inwieweit das „Internet der Dinge“ nur zulasten unserer Freiheits- und Eigentumsrechte Realität werden kann. Was machen Freiheit und Eigentum für euch aus?

3.  Versetzt euch in die Rolle verschiedener an der digitalen Vernetzung  beteiligter Institutionen. Anhand der Ansichten von Regierungen, Parteien und NGOs könnt ihr ein breites Spektrum von Interessen erörtern. Die Ergebnisse können innerhalb einer Podiumsdiskussion oder eines Kongresses besprochen werden.

4. In welchem Umfang können und sollten Datenschutz und Datensicherheit beim „Internet der Dinge“ gewährleistet werden, und wer müsste in welchem Umfang aus Ihrer Sicht die Haftung bei Schäden durch Fehlfunktionen bzw. Missbrauch übernehmen?


Impulse:

http://www.morgenpost.de/berlin/ifa/article205621067/Windows-Watches-Waschmaschinen-Highlights-der-IFA-2015.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/cebit/cebit-was-eigentlich-ist-das-internet-der-dinge-13483592.html

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/internet-der-dinge-wenn-autos-baeume-und-pillen-online-gehen-1592654.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/automesse-iaa-zeigt-datensammelnde-fahrende-computer-13804985.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

http://www.zeit.de/2014/50/smart-home-intelligente-haeuser-datenschutz

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Namensbeitrag/2014/08/2014-08-18-de-maiziere-faz.html

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article143704239/Das-Internet-der-Dinge-enteignet-die-Verbraucher.html

http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article133115471/Modellstadt-fuer-komplette-Vernetzung.html

http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article146391408/Das-sind-die-grossen-Probleme-des-vernetzen-Hauses.html

http://www.bmwi.de/DE/Themen/Digitale-Welt/Digitale-Technologien/internet-der-dinge.html

http://www.wiwo.de/technologie/digitale-welt/internet-der-dinge-das-geschaeft-mit-dem-megatrend/12152492.html

http://www.rfid-im-blick.de/de/201508282879/zebra-technologies-fertigungsindustrie-ist-bereit-fuer-das-internet-der-dinge.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/google-sicherheitschef-fordert-standards-fuer-das-internet-der-dinge-a-1049334.html

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Internet-der-Dinge-Die-Revolution-der-Vernetzung-4484506

http://www.com-magazin.de/news/internet-dinge/internet-dinge-groesste-botnet-aller-zeiten-1001540.html

http://www.elektrotechnik.vogel.de/software-it/articles/500770/

http://www.fuw.ch/article/eine-neubewertung-des-internets-der-dinge/


Teilnahmebedingungen

Teilnehmen können Schulklassen, Schülerinnen und Schüler der 9. bis 12. Jahrgangsstufe alleine, in Gruppen oder zusammen mit Lehrenden aller allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schularten. Gefragt sind Projekte aus der Schule, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Entwicklung der zunehmenden Digitalisierung hin zum "Internet der Dinge", den Folgen auf unsere freiheitlich demokratische Gesellschaft und einen internationalen Bezug aufweisen.

Die Anmeldung muss durch die Schule erfolgen. Sie muss den Ansprechpartner des Projektes, dessen Kontaktadresse, ein Kurzprofil der Schule sowie eine kurze darstellende Projektübersicht mit der Benennung aller Teilnehmer enthalten.

Wir erwarten die Darstellung des Projektes in schriftlicher Form, gegebenenfalls ergänzt um Ton- und Bildaufzeichnungen, und bitten um eine möglichst anschauliche Dokumentation. Über Umfang und Ausgestaltung des Projektes entscheiden Sie!

Einsendeschluss ist Montag, der 21. März 2016. Eine Anmeldung am Wettbewerb ist bereits vorher möglich und erwünscht. Die Darstellung des Projektes muss bis zum Einsendeschluss eingereicht werden. Einsendungen können mit Beginn der Ausschreibung 2016 in elektronischer Fassung als PDF-Dokumentation vorgelegt werden.

Unter den besten Einsendungen werden verschiedene Preise ausgelobt, darunter als Erster Preis eine Einladung der Schulklasse, bzw. der beteiligten Schüler, sowie zweier Begleitpersonen (max. 50 Personen) zu einer Klassenfahrt nach Berlin in der Woche vom 06. Juni 2016. Die Reise umfasst An- und Abreise per Bus/Bahn, Übernachtungen mit Halbpension, ein politisches Besuchsrahmenprogramm sowie die feierliche Preisübergabe im Rahmen eines Empfangs.

Anmeldeformular

Mit dem Anmeldeformular können Sie sich bei unserem Wettbewerb registrieren. Nutzen Sie dazu das verlinkte PDF-Dokument, das Sie bitte ausgefüllt per Mail an uns senden.(Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Gerne stehen wir Ihnen bei Rückfragen auch während der Projektarbeit beratend zur Verfügung.